Materialkunde “Kleidung” – ein Aufklärungsversuch

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Das Thema Mode steht ständig im Fokus, die Auswahl heutzutage ist so vielfältig wie nie. Gerne kaufen wir neue Stücke rein nach Optik und Passform – doch ein Blick auf die Materialzusammensetzung lohnt sich. Seit kurzem schaue ich mir die Materialien und Stoffe von Kleidungsstücken etwas genauer an. Was ich bei vielen bekannten Marken auf dem Etikett lese regt mich zum nachdenken an: Polyacryl, Polyamid, Polyester, Elastan, Acetat oder Mikrofaser. All das erinnert mich an Chemikalien und Plastik, aber nicht an Mode die ich gerne an meinem Körper tragen möchte. Immer wieder kommen mir deshalb folgende Fragen in den Kopf:

  • was steckt in unserer Kleidung?
  • was verbirgt sich hinter den Begrifflichkeiten?
  • wann ist Kleidung wirklich Nachhaltig?
  • welche Stoffe sind gut für unsere Haut?
  • was sollte ich beim Kleidungskauf beachten?

2. Hintergrundwissen – kurz&knapp

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pflanzliche Naturfasern tierische Naturfasern pflanzliche Chemiefasern synthetische Chemiefasern
Baumwolle Wolle Viskose Polyester
Leinen Seide Lyocell Polyamid
Hanffasern Leder Kaffeefaser Polyacryl
Milchfasern Kaschmir Modal Elasthan
Sisal Federn etc. Microfasern
etc. etc. etc.
  • es gibt synthetische Chemiefasern und Chemiefasern aus pflanzlichen Rohstoffen
  • daneben gibt es pflanzliche und tierische Naturfasern
  • die Textilkennzeichnungsverordnung (EU) enthält eine Liste aller Textilfasern
  • darin findet sich die genaue Zusammensetzung der einzelnen Fasern
  • nahezu alle modernen Stoffe werden mit Chemie behandelt
  • Motivaufdruck und Lederherstellung kommen meist nicht ohne krebserregende Stoffe aus
  • Chemikalien und Allergene in Stoffen können Hautreizungen verursachen
  • das Bundesamt für Risikobewertung informiert über bedenkliche Stoffe  in Textilien
  • daher lohnt es sich auf alternative Labels zu achten
  • Kleidung aus Chemiefasern trägt zum Microplastik-Problem bei
  • bei jedem Waschgang lösen sich abertausende Fasern aus unserer Kleidung
  • dadurch gelangen mikrologisch kleine Chemiefasern in unsere Meere
  • die komplette Produktionskette von Kleidung auf Nachhaltigkeit zu prüfen ist oft schwer
  • die FairWear Foundation listet alle Modelabels mit fairen Arbeitsbedingungen auf
  • zudem legt sie Standards für faire Mode fest
  • daneben existieren weitere Siegel und Zertifikate die für unbedenkliche Mode stehen

3. Tipps

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  • kaufe Naturfasern, verzichte auf chemisch hergestellte Stoffe
  • prüfe das Etikett grundsätzlich vor dem Kauf
  • achte auf Siegel (GOTS, Fairtrade Cotton, Naturtextil, FairWear, Bluesign)
  • Baumwolle enthält oft zusätzlich chemische Fasern
  • suche Alternativen – ein ähnliches Stück gibt es vielleicht auch ohne Chemie
  • kaufe Klamotten bei “fairen und nachhaltigen” Modelabels (Produktempfehlungen unten)
  • für alle Klamotten mit Chemiefasern zuhause: verwende einen Wäschesack
  • der Wäschesack von Guppyfriend filtert das Mikroplastik aus deinen Klamotten
  • so gelangt kein Mikroplastik in unsere Flüsse, Seen und Meere
  • kaufe nicht “blind”, hinterfrage und trage so deinen Beitrag zur Plastikreduzierung bei

3. Produktempfehlung

Es gibt so viele wunderschöne Öko-Mode Labels – eine Auswahl meiner Lieblings-Labels und Shops findest du hier. Alle stehen für faire und ökologisch kontrollierte Mode, mit bedacht auf qualitative Stoffe und gerechte Arbeitsbedingungen. Damit kann man sich sowohl beim shopping als auch beim tragen rundum wohlfühlen. Nicht nur unsere Haut wird es uns danken. Für die Münchner unter euch habe ich die schönsten regionalen Stores mit aufgenommen.

  • der Bekannteste unter den Alternativen mit regionalen Shopshessnatur
  • ganz Neu auf dem Markt – Regional aus Augsburg: Manomama
  • eco, fair, vegan und regional in München: DearGoods
  • nicht nur “grüne” Mode und regional, hier gibts auch wunderschöne Möbel: Grüne Erde
  • die Amazon-Alternative für alle Lebenslagen: Avocado Store
  • minimalistisch und wunderschön: das Label ARMEDANGELS
  • coole Styles und eine echte Alternative: Bleed Clothing
  • Bio Kinderbekleidung im Onlineshop und im Münchner Store: Okomi Shop
  • wunderschöne Kleider, Yoga-Stuff und vieles mehr: People Tree
  • eine Münchener Zalando-Alternative mit Onlineshop: Glore
  • Green Fashion für nachhaltige Outdoor Sportler: Langbrett
  • Alternative zu herkömmlichen Jeans-Labels: Nudie Jeans
  • Kreative und besondere Designs in München: Tuschimo 
  • auch für Lebensmittel gibt es eine plastikfreie Alternative: Ohne Laden München
  • Utopia´s Bestenliste mit vielen weiteren Shops und Labels: Modelabels für faire Kleidung, faire Mode

4. Was wirklich zählt

Stil und Mode sind Teil der Persönlichkeit. Das was wir tragen spiegelt einen Teil von uns nach außen. Deshalb ist es besonders wichtig zu wissen was wir tragen. Wer möchte schon Opfer der Modebranche sein und nicht wissen was im eigenen Kleiderschrank steckt. Keiner möchte Mode tragen die voll mit Schadstoffen ist und unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wird. Dabei muss es nicht immer ein zertifiziertes Produkt sein – schon allein der Blick auf das Etikett hilft die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Klamotten aus Naturstoffen müssen nicht teuer sein. Es ist die eigene Verantwortung die zählt – werde aktiv und schau beim nächsten Shopping-Trip genau hin.

Wo kaufst du nachhaltige Mode? Hinterlasse mir gerne ein Kommentar.


Quellen: Graphiken: Canva, weitere Quellen direkt im Text

2 thoughts on “Materialkunde “Kleidung” – ein Aufklärungsversuch

  1. Habe bisher nur eine Yoga-Matte aus Kokosfasern gekauft. Bei der Mode möchte ich erst meine Fast Fashion Stücke so lange tragen, bis sie kaputt bzw. untragbar geworden sind. Aber mein erstes Stück wird wahrscheinlich eine Leggings von Armed Angels oder OGNX werden. Sehr interessanter Post!

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    1. Das freut mich das dir der Post gefällt. Und ich finde deine Idee super – erstmal alles gekaufte tragen und bei neuen Produkten einfach die Augen offen halten. Genau so mache ich es auch 😊👍🏻

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